Wenn ein Kollege geht, verfallen viele Teams in ein gefährliches Muster: Sie schenken nach Berufsbezeichnung. Der Programmierer bekommt ein Gadget mit Binärcode-Aufdruck, die Marketing-Kollegin ein Buch über „Storytelling“ und der Controller eine Tasse mit der Aufschrift „I love Excel“.
Das Problem? Es ist sterbenslangweilig. Wer 40 Stunden die Woche mit Code verbringt, möchte in seiner Freizeit oft genau nichts mit IT zu tun haben. Ein Abschiedsgeschenk sollte den Menschen feiern, nicht seine Stellenbeschreibung.
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Warum Berufs-Geschenke oft nach hinten losgehen
Es gibt zwei Hauptgründe, warum „fachspezifische“ Geschenke riskant sind:
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Die Experten-Hürde: Wenn jemand ein Profi in seinem Feld ist (z. B. Fotografie oder Coden), hat er meistens schon das beste Equipment. Schenkt das Team dann ein „Einsteiger-Gadget“, landet es direkt in der Schublade.
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Die „Ich-bin-mehr-als-mein-Job“-Reaktion: Ein Abschied ist ein emotionaler Moment. Den Kollegen nur auf seine Funktion zu reduzieren, wirkt distanziert und unpersönlich.
Der „Kontrast-Ansatz“: Schenke den Ausgleich
Statt das zu schenken, was der Kollege tut, schenke das, was er zum Ausgleich braucht.
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Für den Schreibtisch-Täter (IT/HR/Admin): Schenke etwas für draußen oder für die Haptik. Ein hochwertiges Grill-Set, ein Gutschein für einen Klettergarten oder ein schönes Outdoorgadget.
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Für den Kreativen/Hektischen: Schenke Ruhe. Eine hochwertige Meditations-App, ein exklusives Tee-Set oder eine Einladung zu einem Termin beim Profi-Masseur.
Den „Hobby-Detektiv“ spielen
Wie findest du heraus, was der Kollege wirklich mag, ohne ihn direkt zu fragen?
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Der Zoom-Hintergrund: Was steht im Regal hinter ihm? Gitarren? Sci-Fi-Romane? Pflanzen?
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Die Küchen-Gespräche: Worüber hat er am Montagvormittag geschwärmt? Den Wanderausflug? Das neue Restaurant? Das Konzert am Wochenende?
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Der Insider-Trick: Frag den Kollegen, mit dem er am engsten zusammengearbeitet hat (den „Work-Bestie“). Die wissen meistens genau, wovon der Abgänger privat träumt.

Wenn es doch Business sein muss: Die „Luxus-Version“
Falls ihr unbedingt etwas mit Berufsbezug schenken wollt, dann geht auf die emotionale Meta-Ebene.
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Beispiel: Statt eines Fachbuchs schenkt eine Biografie einer inspirierenden Persönlichkeit aus dem Feld.
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Beispiel: Statt eines Werbegeschenks mit Firmenlogo schenkt ein hochwertiges Designerstück (z. B. einen Stelton-Becher oder eine Vitra-Miniatur), das einfach nur schön aussieht und den Arbeitsplatz aufwertet.
Professionalität durch Persönlichkeit
Ein wirklich gutes Abschiedsgeschenk zeigt: „Wir haben dich gesehen – nicht nur deine Tickets in Jira oder deine Excel-Tabellen.“ Wer die Klischees bricht, hinterlässt einen bleibenden Eindruck als aufmerksamer und wertschätzender Kollege.
Checkliste gegen die Klischee-Falle:
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Habe ich das Hobby oder die Leidenschaft des Kollegen berücksichtigt?
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Ist das Geschenk ein Kontrast zum Arbeitsalltag?
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Ist es qualitativ hochwertig genug für einen Experten (falls es doch ein Gadget ist)?
Nächster Teaser: Schluss mit „Alles Gute“: So schreibst du Abschiedskarten, die man gerne aufhebt